© 2008 Dr.Stefan Nefen

Dr. Stefan Nefen


prakt. Tierarzt / Zusatzbezeichnung Zahnheilkunde

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Zahnhalteapparat


 
Was versteht man unter dem Zahnhalteapparat?

 
Der Zahnhalteapparat ist eine funktionale Einheit, welche den Zahn im Kieferknochen befestigt. Er besteht aus dem   Alveolarknochen, der Zahnwurzelhaut, dem Zahnzement und dem Zahnfleisch.
Als Alveolarknochen bezeichnet man den Teil des Kieferknochen, der die Zähne umgibt und die Wurzeln in den sogenannten Zahnfächern ( Alveolen ) trägt. Der Alveolarknochen bildet sich im Rahmen der Zahnentwicklung als tragende Einheit und bildet sich im Falle des Zahnverlustes wieder zurück. Die Zahnfächer sind mit einer besonderen Knochenschicht ausgekleidet, die als Halt für die Zahnwurzelhaut dient.
Die Zahnwurzelhaut ist ein Bindegewebe, das die Innenseite des Zahnfach mit der Aussenseite der Zahnwurzel, dem Zahnzement verbindet. Sie ist ein elastisches Gewebe und erfüllt eine wichtige Funktion, indem sie kontinuierlich den Kaudruck beim Zubeißen abfedert.
Der Zahnzement ist ein knochenähnliches Gewebe und überzieht die gesammte Zahnwurzel. Er dient als Anheftungsgrundlage für die Zahnwurzelhaut und ist auch zu reparativen Vorgängen fähig.
Das Zahnfleisch bedeckt die Zähne im Zahnhalsbereich und die Ränder des Alveolarknochen. Es bildet dabei eine Manschette um jeden einzelnen Zahn. Der Rand des Zahnfleisches ist dabei in Richtung Zahnwurzel eingestülpt, so das eine kleine Furche von ca 1 mm Tiefe entsteht.

 
 

Schematischer Aufbau des Zahnhalteapparates


 
 
 

Erkrankungen des Zahnhalteapparates / Parodontitis / Parodontose

 
Durch Ansammlung von Futterresten, Schleimhautzellen und Bakterien bildet sich Zahnbelag auf den Zahnoberflächen. Besonders im Zahnhalsbereich finden die Bakterien ideale Voraussetzungen zur Vermehrung. Die lokalen Abwehrmechanismen des Zahnhalteapprates reagieren auf die vermehrte Plaqueanlagerung, so das es zu einer Entzündung des Zahnfleisches kommt. Diese erkennt der Besitzer an einer vermehrten Rötung und Schwellung des Zahnfleischrandes. Schreitet die Entzündung weiter fort, können auch die tiefer gelegenen Bereiche des Zahnhalteapparates geschädigt werden, da sich Plaque und Zahnstein immer weiter in Richtung Wurzelspitze ausbreiten. Das Zahnfleisch zieht sich zurück, die Wurzelhaut und der Alveolarknochen werden abgebaut und die Zahnwurzel wird immer weiter freigelegt. Dadurch kommt es in der Folge zu einer fortschreitenden Lockerung des Zahnes. Diesen Vorgang bezeichnet man als "Parodontitis". Bis vor wenigen Jahren ging man davon aus, das der Abbau des Zahnhalteapparates und der Verlust der Zähne ein altersbedingtes Geschehen sei, auf das man wenig Einflluß habe.
Um einer Parodontitis vorzubeugen, ist eine regelmäßige Zahnpflege notwendig, die sowohl aus einer häuslichen Zahnpflege als auch der professionellen Zahnreinigung in der Tierarztpraxis besteht.
 
 
 

Fortschreitende Plaque und Zahnsteinbildung mit Zerstörung des Zahnhalteapparates


 

 

Gesunder Zahn mit intaktem
Zahnhalteapparat


 
 
               
       

 

Beginnende Plaqueanlagerung
                        im Zahnhalsbereich


 

 

Aushärtung der Plaque zu Zahnstein,
                                                                                                    Ausbreitung in Richtung Wurzelspitze mit
                                                                                             beginnender Schädigung des Zahnhalteapparates


 
 
 
 
       

Fortgeschrittene Zahnsteinbildung mit
   starker Schädigung des Zahnhalteapparates


 
 
 
 
 

Behandlung einer bestehenden Parodontitis


 
Ist der Zahnhalteapparat bereits geschädigt, ist eine Behandlung unter Narkosebedingungen unumgänglich. Durch die Entzündung des Zahnfleisches ist die Entfernung der Zahnbeläge und des Zahnstein unangenehm und schmerzhaft für den Patienten. Die Oberfläche von Zahnkrone und Zahnwurzel wird mit speziellen Geräten von Zahnstein befreit. Der Zahnschmelz, der die Zahnkrone überzieht wird im Anschluß poliert, die Wurzeloberfläche geglättet. Hat sich der Zahnstein bereits weit in Richtung Wurzelspitze ausgebreitet, kann die Entfernung auf diese Art erschwert oder gar unmöglich sein. Dann muß das Zahnfleisch operativ von der knöcheren Unterlage abgeklappt werden, um die freiliegende Wurzeloberfläche säubern zu können. Danach wird das Zahnfleisch wieder an seine Position gebracht und dort vernäht.
Manchmal ist das Zahnfleisch durch eine langanhaltende Entzündung auch reaktiv geschwollen. Dann bilden sich zwischen Zahnfleischrand und Zahnwurzel tiefe Taschen, in dene sich auch nach einer professionellen Zahnreinigung schnell wieder Plaque ansammeln kann. Dann wird der geschwollene Anteil des Zahnfleisches operativ gekürzt und die Taschentiefe so verringert. Dieses auch beim Menschen übliche Verfahren kennen viele Besitzer als "Parodontosebehandlung".


Ist der Zahnhalteapparat jedoch so stark geschädigt, das eine Behandlung keinen dauerhaften Erfolg erwarten läßt, ist die Entfernung des Zahnes notwendig. Die Entscheidung zur Zahnextraktion kann auch notwendig sein, wenn eine häusliche Pflege nach der professionellen Zahnreinigung nicht durchgeführt werden kann.

Zahnfleisch- und Knochenabbau.
Bei diesem Patienten ist es zu einem hochgradigen Rückgang des Zahnfleisch und des darunterliegenden Knochen gekommen. Die Wurzeln des Unterkieferbackenzahnes liegen weitgehend frei, der Zahnhalteapparat ist fast vollständig zerstört. Dieser Zahn kann nur noch extrahiert werden.


 
Das Röntgenbild des selben Patienten läßt das Ausmaß des Knochenabbaus erkennen. Die Zahnwurzeln haben den Kontakt zum Kieferknochen vollständig verloren, der Zahn ist bereits in Richtung Maulhöhle verschoben.

Der Zahn ist fest in seinem Zahnfach verankert. Das Zahnfleisch liegt eng am Zahnhals an, die Zahnwurzel ist bis an die Grenze zur Zahnkrone mit Wurzelhaut bedeckt. Die Wurzelhaut verankert die Zahnwurzel über die gesamte Länge mit dem Alveolarknochen.

Im Kontaktbereich der Zahnkrone mit dem Zanhfleisch hat sich Plaque gebildet. Dieser Belag breitet sich langsam Richtung Zahnwurzel aus und es treten erste, leichte Entzündungserscheinungen auf. Der Zahnfleischrand schwillt leicht an und rötet sich. Durch die Schwellung entstehen erste Zahnfleischtaschen, in denen sich vermehrt neue Plaque anlagern kann.
 
Professionelle Zahnreinigung und häusliche Zahnpflege durch den Tierbesitzer führen zu einer vollständigen Ausheilung.

Die Plaque hat sich durch Einlagerung von Mineralien ausgehärtet, es ist Zahnstein entstanden. Durch die Ausbreitung des Zahnstein in Richtung Wurzelspitze ist es schon zur Schädigung des Zahnhalteapparates gekommen. Das Zahnfleisch ist weiter geschwollen und hat noch tiefere Zahnfleischtaschen gebildet. Durch die Entzündung wird der Alveolarknochen abgebaut und zieht sich Richtung Wurzelspitze zurück. Die Wurzelhaut wird ebenfalls abgebaut und zieht sich zurück, da ihr die knöcherne Grundlage entzogen wird.
 
Die professionelle Zahnreinigung ist in diesem Stadium aufwendiger, eine vollkommene Ausheilung kann nicht mehr erwartet werden.

Der Zahnstein hat sich weiter in Richtung Wurzelspitze ausgebreitet.
Das Zahnfleisch schwillt weiter an und es bilden sich tiefe Taschen zwischen Zahnwurzel und Zahnfleisch. Auch die Entzündung des Zahnhalteapparates ist weiter fortgeschritten. Der Alveolarknochen wird zunehmend abgebaut, die Wurzelhaut ist bis fast an die Wurzelspitze zerstört.
In diesem Stadium hat der Zahn seine Stabilität in seinem Zahnfach verloren und beginnt auch für den Besitzer sichtbar zu wackeln.
 
Durch professionelle Zahnreinigung ist der Zahn nicht mehr zu retten, die Entfernung ist zwingend notwendig.

Alveolarknochen

Alveolarknochen

Wurzelhaut

Zahnfleisch

Alveolarknochen

Zahnkrone

Zahnkrone

Zahnkrone

Zahnkrone

Zahnkrone

Zahnfleisch

Zahnfleisch

Zahnfleisch

Zahnfleisch

Wurzelhaut

Wurzelhaut

Wurzelhaut

Wurzelhaut

Zahnwurzel

Zahnwurzel

Zahnwurzel

Zahnwurzel

Zahnwurzel

Wurzelzement

Wurzelzement

Wurzelzement

Wurzelzement

Wurzelzement

Alveolarknochen

Alveolarknochen